Egger hält den Traum am Leben
Wasserburg gewinnt in Schwabing durch Last-Minute-Treffer mit 1:0
Der TSV 1860 Rosenheim war am Sonntagnachmittag bereits kurz davor, die Sektkorken knallen zu lassen. In Schwabing lief bereits die 90. Minute und der Tabellenzweite aus Wasserburg hatte sich über die gesamte Partie schwer getan. In einer der letzten Aktionen des Spiels drosch Innenverteidiger Johannes Lindner den Ball noch einmal weit nach vorne, der sonst so kopfballstarke Innenverteidiger Konstantin Steinmaßl segelte daran vorbei, sodass der eingewechselte Vinzenz Egger Torhüter Valentin Meyer umkurven und zum umjubelten Siegtreffer einschießen konnte. In diesem Moment mussten die Sektflaschen zurück in den Kühlschrank gestellt werden und die Entscheidung vertagt. „Wir sind heilfroh, dass wir dieses Spiel gewonnen haben“, pustete Trainer Heller nach dem Schlusspfiff erleichtert durch.
Der Druck auf die Innstädter war vor dem Spiel immens gewesen – und hatte sich über das Wochenende immer weiter aufgebaut. Am Freitag hatte Rosenheim klar gesiegt, am Samstag dann Murnau. Die Löwen lagen bei Anpfiff auf dem dritten Platz und ohne einen Sieg wäre neben der Meisterschaft wohl auch der Relegationsplatz weg gewesen. Jetzt haben die Löwen das Momentum zum ersten Mal seit Wochen zurück auf ihre Seite gezogen und andernorts das Kopfkino angeschmissen. Dabei tat sich die Mannschaft von Trainer Florian Heller in Schwabing von Beginn an extrem schwer. Die Hausherren waren in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft und hatten nach knapp einer halben Stunde mit einem Lattenkopfball Pech (28.).
Kurz vor der Pause wurde es kurios: Schiedsrichter Fabian Büchner konnte in der 41. Minute nicht mehr weitermachen. Um die Situation zu beheben, wurde vorzeitig zur Pause gepfiffen. Nach der Unterbrechung leitete Linienrichter Lukas Krautner die Begegnung, der seine neue Aufgabe souverän meisterte, und ein Zuschauer mit Schiedsrichterausbildung sprang als Linienrichter ein. Nach der Pause wurden die vier Minuten der ersten Halbzeit zu Ende gespielt, ehe die Mannschaften die Seiten wechselten.
Da die Gäste nicht wirklich im Spiel waren, konnten weder diese längere Unterbrechung noch die Trinkpausen den Rhythmus unterbrechen. „Die Jungs waren eifrig und bemüht, aber es war ein sehr schweres Spiel“, analysierte Heller. Mit zunehmender Spieldauer ging Wasserburg mehr in die Offensive und traf durch Johannes Lindner den Außenpfosten (54.). Abgesehen von einer Gelegenheit durch Thomas Voglmaier war aber kaum ein Durchkommen (63.). Heller hatte in der Schlussphase fünf Stürmer auf dem Platz und setzte auf die berühmte Brechstange, die letztendlich auch erfolgreich zum Einsatz kam. In der Nachspielzeit setzte Steinmaßl noch einen Kopfball um Haaresbreite am Pfosten vorbei, wodurch die Löwen drei Punkte verbuchen konnten und nächste Woche noch voll im Rennen sind. „Wir hoffen jetzt natürlich schon, dass dieser späte Sieg Kräfte freisetzt“, blickt Heller dem Schlussspurt optimistisch entgegen.
Wasserburg: Volkmer, Biegel (75. Köck), Lindner, Rubio Gonzalez, Brich (86. Vieregg), Dittrich (75. Barthuber), Dumitru (61. Haunolder), Simeth (70. Egger), Voglmaier, Ungerath
Tor: 0:1 Vinzenz Egger (90.)
Schiedsrichter: Fabian Büchner (FC Mariakirchen)
Zuschauer: 130
jah







